„The Forest“ – der Vorzeigecampus der University of Tasmania in Hobart – ist nun offiziell fertiggestellt, und Mitarbeiter sowie Studierende der Universität beziehen nach und nach ihre neuen Räumlichkeiten. Am Freitag, dem 6. Februar, fand eine offizielle Eröffnungsfeier statt, an der Vertreter der Universität, der Kommunalverwaltung, der Projektpartner sowie Mitarbeiter der Universität teilnahmen.
Der von Woods Bagot entworfene und von REALMstudios landschaftlich gestaltete Campus ist ein innerstädtischer Knotenpunkt für Lehre, Forschung, Zusammenarbeit und Gemeinschaft und bietet den Studierenden und Mitarbeitern der University of Tasmania moderne und barrierefreie Einrichtungen.
Auf dem ursprünglichen Gelände an der Melville Street standen denkmalgeschützte Backsteinlagerhäuser aus dem Jahr 1922, als das Gelände als Trockenlager für Holz und als Verkaufsstelle eines Sägewerks genutzt wurde. Ziel des Projekts war es, das Gelände durch einen ganzheitlich angelegten Masterplan zu revitalisieren, anzupassen und zu beleben, der das kulturelle Erbe würdigt, die natürliche Landschaft in den Vordergrund stellt und den vielfältigen Lehrbedürfnissen der Universität gerecht wird.
Das Ergebnis ist ein stark vernetzter Campus, der die unterschiedlichen baulichen Elemente vor Ort durch eine integrierte Landschaftsgestaltung, blockübergreifende Verbindungen und öffentlich zugängliche Durchgangsstraßen miteinander verbindet. Das Planungsteam war bestrebt, durch einen Masterplan, der eine Vielzahl vielfältiger und reichhaltiger Zwischenräume umfasst, einen Campus – und nicht nur ein Gebäude – zu schaffen, der den Anforderungen der Universität gerecht wird.
„Wir gestalten einen Campus, kein einzelnes Gebäude. Deshalb wollten wir uns mit den Zwischenräumen beschäftigen – mit der Beziehung zwischen den verschiedenen Bereichen und der Qualität der Räume, durch die man sich zwischen den Gebäuden bewegt. Wir haben eine klare Wegführung über das Gelände geschaffen und dabei Räume gestaltet, die Möglichkeiten für die Interaktion verschiedener Nutzer bieten.“
Dank seiner hohen Flexibilität und der demontierbaren Bauweise kann die Universität die Innenräume an die sich wandelnden pädagogischen Anforderungen anpassen. Zu den zentralen Gestaltungsprinzipien gehört, dass sich das Gebäude mit jeder der darin untergebrachten Fachbereiche identifiziert, dass es für Mitarbeiter, Studierende und die Öffentlichkeit warm und einladend wirkt und dass es die Menschen und ihre Arbeitsweisen auf einer menschlichen Ebene einbezieht.
Als äußerst nachhaltiger Universitätscampus umfasst das Projekt erstklassige Strategien für Klimaresilienz und eine inklusive Stadtentwicklung, wobei Lösungen für Klimaschutz, gesellschaftliche Resilienz und CO₂-Reduzierung miteinander verknüpft werden. Im Rahmen der Neugestaltung, die die adaptive Umnutzung bestehender historischer Gebäude beinhaltet, wird auch die ikonische Kuppel des Wintergartens restauriert, die 1997 von Morris-Nunn and Associates entworfen wurde.
Das Design zelebriert das Zusammenspiel von Architektur und Landschaft und lässt den städtischen Wald im Innenbereich wiederaufleben, der zuvor unter der Glaskuppel beheimatet war. Dieses bewaldete Atrium bildet das öffentliche Herzstück des Areals und stellt durch ethisch gewonnene, ausgewachsene Bäume und sichtbare Wassersysteme ein vorkoloniales Ökosystem innerhalb der Stadt wieder her.
„Die heutige Bildungslandschaft befindet sich im Wandel, wobei die gebaute Umwelt eine entscheidende Rolle dabei spielt, wie wir pädagogische Konzepte umsetzen. Flexibilität, Wohlbefinden und die Einbindung der natürlichen Umgebung wirken sich spürbar auf die Lernergebnisse aus, und diese Grundsätze haben die Art und Weise geprägt, wie wir Bildungsräume gestalten.“
Aufbauend auf den bestehenden Strukturen entstehen neue Ergänzungen, die auf den vorgefundenen Gegebenheiten basieren und einen Campus schaffen, der sowohl geschichtsträchtig als auch ökologisch nachhaltig ist. Die zeitgemäßen Räume sind in sechs unterschiedliche Typologien unterteilt, darunter: Zonen für konzentriertes Lernen, Räume für „gemeinsames Alleinsein“, öffentliche Bereiche für die Zusammenarbeit, private Bereiche für die Zusammenarbeit, Ruhezonen und Orte der Begegnung.
Der Rektor der University of Tasmania, Professor Rufus Black, sagt, dass „The Forest“ weltweit führende Unterrichtsräume und interaktive Lernerfahrungen biete und damit das Beste an zeitgemäßer Bildungsgestaltung verkörpere. „In ‚The Forest‘ wird unser Engagement für das Präsenzlernen deutlich. Von den großen Unterrichtsräumen bis hin zu den gemütlichen Lernecken ist das Gebäude ein Ort des Lernens, an dem die Studierenden Zeit mit ihren Kommilitonen, Lehrenden und der Gemeinschaft verbringen“, so Black.
Der Campus zeichnet sich durch lebendige öffentliche Räume aus, deren Verbundenheit mit dem Ort durch eine Gestaltung unterstrichen wird, die die Sinne anspricht – durch die Einbeziehung von frischer Luft, natürlichem Licht, biophilen Gestaltungsprinzipien und einheimischer Bepflanzung. Das Campusdesign zeichnet sich durch eine starke Betonung von Handwerk und Materialität aus und setzt auf lokal gewonnene Materialien, die in ihrer ursprünglichen Form und mit minimaler Oberflächenbehandlung verwendet werden, sodass natürliche Maserungen und Texturen sichtbar bleiben.
Das Projekt behält 60 Prozent der bereits vor Ort vorhandenen Materialien bei und strebt eine Reduzierung der CO₂-Emissionen in der Vorphase um 40 Prozent an. Dabei verfolgt es eine umfassende Kreislaufstrategie für Baumaterialien. Das bedeutet, dass Materialien nach Möglichkeit wiederverwertet, CO₂-intensive Materialien vermieden und ausschließlich nachhaltige Materialien eingesetzt werden.
Die neuen Materialien wurden aufgrund ihrer Herkunft und Nachhaltigkeit ausgewählt, von der Massivholzbauweise bis hin zu den Teppichen mit Recyclinganteil. Nach seiner Fertigstellung ist das Forest Building das größte Beispiel für die gewerbliche Nutzung von Hanfbeton – einem CO₂-bindenden Bio-Verbundwerkstoff – in Australasien.
Nach seiner Fertigstellung wird das Gebäude selbst als Bildungsinstrument dienen, indem es mit Informationsschildern ausgestattet ist, die die innovativen Materialien und Bauweisen hervorheben, auf denen das nachhaltige Design basiert. Didaktische Elemente beleuchten die Geschichte des Standorts und erläutern die Entscheidungen, die zu den gestalterischen Ergebnissen geführt haben – von der Herkunft der Materialien bis hin zur Auswahl der Pflanzen für die Landschaftsgestaltung.
„The Forest“ wurde bereits auf internationaler Ebene für sein herausragendes Design ausgezeichnet und erhielt beim World Architecture Festival 2024 den Preis in der Kategorie „Future Project: Higher Education & Research“ sowie den WAFX-Spezialpreis für Gebäudetechnik.
Medienanfragen: Isla Sutherland: Managerin für Inhalte und Kommunikation (Australien und Neuseeland)
Sydney, Australien
Hobart, Australien
05. Juli 24
27. September 2023