Die von Woods Bagot durchgeführte Sanierung des Forstwirtschaftsgebäudes der University of Tasmania wurde beim World Architecture Festival in Singapur mit dem Hauptpreis in der Kategorie„Future Project: Education“ausgezeichnet.
Bruno Mendes, Direktor bei Woods Bagot, stellte das Projekt einem Publikum aus Branchenkollegen und einer hochkarätigen Jury vor, die sich aus einflussreichen Persönlichkeiten der Branche aus aller Welt zusammensetzte.
„Von Anfang an haben wir uns in unserem Team von unseren persönlichen architektonischen Ambitionen gelöst und uns stattdessen gefragt, welches Vermächtnis dieses Projekt hinterlassen soll“, sagt Mendes.
„Es ging nicht darum, ein Prestigeobjekt zu schaffen; bei diesem Projekt gilt: Weniger ist mehr. Unsere Aufgabe bestand darin, das Vorhandene zu kuratieren. Ausgehend von den gegebenen Gegebenheiten haben wir uns bemüht, das Bestehende hervorzuheben und davon die konzeptionelle Ausrichtung des Neuen leiten zu lassen.“
Mendes fügte hinzu, dass der wahre Erfolg der Masterplanung in der Schaffung vielfältiger und durchlässiger Räume liege, die den unterschiedlichen Bedürfnissen der Universität und der breiteren Öffentlichkeit gerecht werden.
Bruno Mendes stellt das Forstwirtschaftsgebäude der University of Tasmania auf dem World Architecture Festival in Singapur vor.
„Wir gestalten einen Campus, kein einzelnes Gebäude. Deshalb wollten wir uns mit den Zwischenräumen beschäftigen – mit der Beziehung zwischen den verschiedenen Bereichen und der Qualität der Räume, durch die man sich zwischen den Gebäuden bewegt.“
Eine durchlässige Bodenfläche ist für die Öffentlichkeit zugänglich und bietet der Gemeinde Hobart durch Möglichkeiten zu zufälligen Begegnungen einen Mehrwert. „Wir haben eine klare Wegeführung durch das Gelände geschaffen und dabei Räume gestaltet, die Möglichkeiten für die Interaktion zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen bieten.“
Mendes fügt hinzu, dass das Team 60 Prozent der bereits vor Ort vorhandenen Elemente erhalten konnte. Bei den neu hinzugefügten Elementen wurde streng geprüft und hinterfragt, ob sie notwendig, nachhaltig und wiederverwendbar sind und wie sie am Ende ihrer Lebensdauer entsorgt werden können.
„Dematerialisierung, Langlebigkeit, Anpassungsfähigkeit, Flexibilität und Rückbaubarkeit waren wesentliche Faktoren, die unseren Prozess geprägt haben“, sagt Mendes. „Es geht nicht nur um den CO₂-Ausstoß in der Herstellungsphase; wir müssen auch den grauen CO₂-Fußabdruck und die Betriebsemissionen berücksichtigen und die Auswirkungen vom ersten Bautag bis hin zum endgültigen Rückbau am Ende der Lebensdauer nachverfolgen.“
Die University of Tasmania ist die weltweit führende Universität im Bereich Klimaschutz, und dieser Leitgedanke war entscheidend für die Festlegung der Grundprinzipien des Projekts.
„Das ist ein Verdienst unseres Auftraggebers, der University of Tasmania, die die Nachhaltigkeitsagenda wirklich vorangetrieben hat“, sagt Mendes. „Dieses Projekt ist nur dank des unermüdlichen Engagements des Rektors für bestmögliche Umweltleistungen so geworden, wie es ist.“
Bruno Mendes zusammen mit Robert Morris-Nunn, dem ursprünglichen Architekten der 1997 restaurierten Kuppel.
Sarah Ball, Direktorin bei Woods Bagot und Leiterin des Bereichs Bildung weltweit, erklärt, dass der Forstwirtschafts-Campus den modernen Lernmethoden gerecht wird und über eine gut abgestimmte und flexible Infrastruktur verfügt, die die zukünftige Entwicklung der Universität unterstützt.
„Unser Entwurf unterstreicht das akademische Ethos der Universität, indem er flexible pädagogische Umgebungen schafft, die sowohl Zusammenarbeit als auch ruhiges konzentriertes Arbeiten fördern, sowie lebendige Gemeinschaftsräume, die durch eine starke Verankerung im Ort geprägt sind“, sagt Ball. „Vielfalt, Biophilie, visuelle Anreize und räumliche Qualität sind darauf ausgelegt, Lernergebnisse und das Wohlbefinden der Nutzer zu fördern und so einen Knotenpunkt für Lernen, Forschung und Zusammenarbeit für Studierende, Mitarbeiter und die Gemeinschaft zu schaffen.“
„Es ist eine große Ehre und eine großartige Leistung, auf internationaler Ebene in die Riege der innovativsten und zukunftsorientiertesten Bildungsprojekte aufgenommen zu werden“, schließt Ball.
Als Beispiel für Holzmassivbauweise, adaptive Umnutzung und die größte gewerbliche Anwendung von Hanfbeton in Australien vereint der neue Campus eine Reihe innovativer und experimenteller Ansätze für widerstandsfähiges und nachhaltiges Design und trägt gleichzeitig dazu bei, ein symbolträchtiges Stück des lokalen Kulturerbes zu erhalten und wiederzubeleben.
Der Masterplan sieht eine Vielzahl vielfältiger und abwechslungsreicher Zwischenräume vor, um den unterschiedlichen Bedürfnissen der Universität gerecht zu werden.
Der Sieg in der Kategorie „Bildung“ ist bereits die zweite Auszeichnung, die das Projekt in diesem Jahr beim World Architecture Festival erhalten hat. Das Forstwirtschaftsgebäude wurde zudem mit dem WAFX-Preis für Gebäudetechnik ausgezeichnet, womit es branchenführende Designlösungen für die aktuell drängendsten sozialen und ökologischen Herausforderungen demonstriert.
Das World Architecture Festival (WAF) ist die größte Live-Preisverleihung für Architekten und Designer. Die jährlich stattfindende Veranstaltung ist das einzige Preisverleihungsprogramm, bei dem alle Finalisten ihre Projekte live vor einer Jury auf dem Festival in Singapur präsentieren.
Medienanfragen: Isla Sutherland: Spezialistin für Inhalte und Kommunikation (Australien und Neuseeland)
Woods Bagot nimmt am World Architecture Festival (WAF) 2024 teil, wo wir unsere nominierten Projekte auf der internationalen Bühne präsentieren werden!
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