Florian Frotscher, Principal bei unserem Londoner Studio, nahm an der diesjährigen Veranstaltung „Office Property Day“ in Berlin, die vomBundesimmobilienverband. Teilnahme an einer Podiumsdiskussion mit dem Titel „Das Büro im Nachbarschaft: Altbekannt oder neue Dynamik? er erforschtdie die Stadterneuerung und die Entwicklung von gemischt genutzten Stadtvierteln.
Unter Rückgriff auf unser „Global Studio“-Modell der Zusammenarbeit tauschte sich Florian mit Führungskräften aus unseren 18 weltweiten Studios aus, um die Schlüsselelemente herauszuarbeiten, die eine erfolgreiche städtebauliche Mischnutzung vorantreiben. Hier sind einige der interessantesten Ansichten unserer Führungskräfte und Experten, von denen Florian die meisten auf dem „Office Property Day“ vorstellte:
Eine Stadt ist ein lebendiger Organismus
Städte sind keine Maschinen. Sie sollten dynamisch, voneinander abhängig und stets anpassungsfähig sein.
Der Trend zu gemischt genutzten Stadtvierteln ist eine Rückkehr zu den Ursprüngen der Stadt. Da die Grenzen zwischen Wohnen, Arbeiten und Freizeit immer weiter verschwimmen, können eine zunehmende Nutzungsvielfalt und eine radikale Funktionsmischung lebendige Stadtviertel schaffen, die rund um die Uhr aktiv sind und jeden Aspekt des täglichen Lebens abdecken.
Die Stadtverwaltung muss eine Belebung rund um die Uhr fördern, indem sie sowohl die Tages- als auch die Nachtwirtschaft in den Fokus rückt. Die Schaffung eines 18-Stunden-Angebots gibt den Einwohnern einen Grund, ihr Zuhause zu verlassen, und bietet Büroangestellten einen Anreiz, nach Feierabend noch zu bleiben.
Darüber hinaus sollte die Lebensqualität im Vordergrund stehen. Was sich zwischen den Gebäuden abspielt, ist ebenso entscheidend wie deren Architektur. Eine moderne, gemischt genutzte Stadtentwicklung sollte inklusive öffentliche Räume umfassen, die unter Berücksichtigung aller Nutzer konzipiert sind.
Starre öffentliche Räume funktionieren nicht
Der Wandel in Kultur und Wirtschaft schreitet schneller voran als die Entwicklung. Daher müssen erfolgreiche gemischt genutzte Stadtviertel in der Lage sein, sich entsprechend schnell weiterzuentwickeln.
Anstatt von Mischnutzung zu sprechen, sollte das Ziel darin bestehen, eine Hyper-Nutzung zu ermöglichen. In solchen Szenarien bestimmt nicht die Nutzung an sich die Kultur eines Ortes, sondern vielmehr die Flexibilität, mit der sie genutzt wird. Bauträger und Städte müssen über die unmittelbare Gegenwart hinausdenken und sich darauf konzentrieren, wie sich Orte und Räume an veränderte Gegebenheiten anpassen können.
Charakter zu verleihen, der aus der Kontinuität der Geschichte eines Ortes schöpft, und Orte und Gebäude zu schaffen, die diese Kontinuität verkörpern – das ist es, was über die bloße Reaktion auf eine aktuelle Nutzungsmischung hinausgeht.
Schaffe Orte, an denen sich Menschen zu Hause fühlen
Jeder Ort birgt Erinnerungen – Spuren von Leben, Mustern und Bedeutungen, die sich im Laufe der Zeit überlagert haben. Eine gelungene Stadterneuerung würdigt diese Erinnerungen und verwebt neue Momente in das bestehende Gefüge, anstatt es zu ersetzen. Die erfolgreichsten Orte entstehen aus einem Einfühlungsvermögen für ihre soziale, räumliche und architektonische Vergangenheit.
Um die Menschen mit gemischt genutzten Stadtvierteln zu begeistern und für sich zu gewinnen, sind die ersten 12 Meter entscheidend. Indem sie für Lebendigkeit im Straßenraum sorgen und den Fokus auf Durchlässigkeit, Mietervielfalt und Stadtgestaltung legen, können Bauträger Orte schaffen, die sich in ihren ruhigsten Momenten ebenso bedeutend anfühlen wie in ihren geschäftigsten.
Das Lebenselixier der Stadt fließt durch ihre Netze
Die Straßen, Wege und städtischen Räume, in denen Bewegung und Begegnung stattfinden, bilden die Leinwand, auf der sich das tägliche Leben entfaltet. Gebäude entstehen und verfallen, Nutzungen wandeln sich und verblassen, doch die Vernetzung bleibt bestehen. Diese Geometrie des menschlichen Austauschs und der städtischen Struktur erhält das städtische Leben aufrecht und ermöglicht Erneuerung ohne Bruch.
Gemischt genutzte Stadtviertel sollten über ein Netz von Räumen verfügen, die auf den Menschen ausgerichtet und maßstabsgerecht gestaltet sind. Diese Vernetzung sollte sich nicht auf Verkehrsnetze beschränken, sondern auch soziale Durchlässigkeit umfassen, die eine ungehinderte Bewegung und Interaktion zwischen verschiedenen Gruppen ermöglicht.
Noch in diesem Monat kehrt Florian nach Berlin zurück für „The Adaptive City: Regrowth Through Intelligence and Intention“, eine Veranstaltung, die von der internationalen Beratungsfirma Drees & Sommer organisiert wird. Die Diskussion wird unter anderem untersuchen, wie adaptive Umnutzung und zirkuläres Design die nächste Generation von Städten prägen, und sich eingehend mit flexiblen Mobilitätsnetzwerken befassen, die auf sich wandelnde menschliche Bedürfnisse reagieren.
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