08.12.2022
08. Dez. 22

Jeder Bahnhof erzählt eine Geschichte

Gruppenfoto des Wynyard Sydney Studio-Teams

Teamarbeit steht im Mittelpunkt des kollaborativen Planungsansatzes des weltweit tätigen Architekturbüros Woods Bagot und ist entscheidend für dessen Erfolg bei der Planung und Realisierung einiger der besten Bahnhöfe Australiens.  

Zu den wichtigsten aktuellen Projekten von Woods Bagot zählen der Umbau des Hauptbahnhofs von Sydney in Zusammenarbeit mit Laing O’Rourke für die Sydney Metro, die federführende Planungsrolle bei der fünf Bahnhöfe umfassenden Morley-Ellenbrook-Linie in Perth als Teil des MELConnx-Konsortiums sowie die Planung der Sydney-Metro-Station in Crows Nest im Norden Sydneys.  

Woods Bagot ist zudem an der Sydney Metro West beteiligt und fungiert als Planungs- und Ausführungsarchitekt für das Terminal des Western Sydney International (Nancy-Bird Walton) Airport. 

John Prentice, Leiter des Bereichs Regionalverkehr bei Woods Bagot, sagt, die Arbeit an so vielfältigen Projekten sei ein Vorteil gewesen, da sie Möglichkeiten zum gegenseitigen Lernen von Baustelle zu Baustelle geboten habe. 

Er betonte jedoch, dass Woods Bagot für jedes Projekt auf der Grundlage eingehender Recherchen eine einzigartige Erzählung entwickelt, die allen Beteiligten als gestalterischer Rahmen und Bezugspunkt dient.   

„Es ist äußerst wichtig, eine Projektbeschreibung zu haben, die genau auf das jeweilige Projekt zugeschnitten ist“, sagte Prentice. 

„Das ist etwas, womit sich das gesamte Team identifizieren kann – nicht nur das Architektenteam, sondern auch die Bauunternehmer, die Bauherren und die Berater.“ 

Wynyard Walk – 室内设计 Weg

Der Wynyard Walk, eine unterirdische Fußgängerpassage zwischen dem Bahnhof Wynyard und Barangaroo in Sydney.

Prentice nannte als gutes Beispiel den Wynyard Walk, eine unterirdische Fußgängerpassage zwischen der Wynyard Station und Barangaroo in Sydney. 

„Das Leitmotiv beim Wynyard Walk war ‚Flow‘ – wir haben uns als Team zusammengetan, um eine zentrale Idee für das Projekt zu entwickeln, sodass die Bauunternehmer die Fassadenverkleidung schließlich als ‚Flow-Fassadenverkleidung‘ bezeichneten“, sagte er. 

„Wenn man wirklich alle Beteiligten mit ins Boot holt und den Leuten eine klare Vorstellung davon vermittelt, was mit dem Entwurf bezweckt wird, haben alle Entscheidungen – vom Konzept bis hin zu den detaillierten Ausarbeitungen des Projekts – eine klare Ausrichtung, die auf dieser Vision basiert.“ 

Zwei Haltestellen weiter steht der Hauptbahnhof, Australiens verkehrsreichster Eisenbahnknotenpunkt, ganz im Zeichen der Verbindung zur Vergangenheit: die Gewölbedecken und vor allem die Struktur, das Aussehen und die Haptik des Sandsteins, der in so vielen der noch erhaltenen historischen Gebäude zu finden ist. 

Das Ziel? „Wenn man am Hauptbahnhof ankommt, weiß man, wo man ist.“ 

„Die richtige Erzählung zu finden, macht den Entwurfs- und Bauprozess spannend, unterhaltsam und philosophisch – je nachdem, wie intensiv man sich auf diese Erzählung einlassen möchte –, bis hin zu einem Punkt, an dem sie greifbar wird“, sagte Prentice. 

Kunstwerk am Hauptbahnhof auf dem richtigen Weg

Wandbild im Hauptbahnhof von Dr. Bronwyn Bancroft.

Ziegelstein-Kunstwerk am Hauptbahnhof von Bronwyn Bancroft

In Crows Nest greift die Erzählung die Geschichte des Bahnhofs selbst auf – die Ankunft der Eisenbahninfrastruktur in der Gegend – sowie Aspekte der im Vorort, 8 km nördlich des Stadtzentrums von Sydney, weit verbreiteten „Federation“-Bauweise. 

Die für diese Häuser typische Mosaikverkleidung – von der bei den Ausgrabungsarbeiten ein einziges historisches Exemplar gefunden wurde – ist in die Gestaltung integriert, ebenso wie Sichtmauerwerk. 

Der stellvertretende Leiter Lucian Gormley erklärte, die architektonische Vision für den neuen U-Bahnhof Crows Nest der Sydney Metro bestehe darin, ein schlichtes, ästhetisch ansprechendes Bauwerk zu schaffen, das die Identität der örtlichen Gemeinschaft widerspiegelt und gleichzeitig den Rahmen für künftige Stadterneuerung und Wachstum bildet. 

„Natürlich sind Geschichten wertlos, wenn das Endergebnis die Kunden nicht anspricht“, sagte er. 

„Kunden wünschen sich intuitive Umgebungen, in denen die Architektur für klare Bewegungsabläufe sorgt und die einzelnen Bereiche miteinander verbindet“, sagte Prentice.  

„Sie suchen Orte, die sie ansprechen, und das hängt wiederum mit dem Gefühl der Zugehörigkeit und der Eigenverantwortung zusammen – mit dem Stolz auf ihren Arbeitsplatz und den Weg, den sie jeden Tag zurücklegen.“ 

Prentice erklärte, dass Woods Bagot mittlerweile fast 100 Mitarbeiter in seinem Verkehrsplanungsteam beschäftigt, das angesichts weiterer Projekte in der Pipeline weiter wächst. 

„Wir sind sehr begeistert von dem Fokus, der in Australien auf den Ausbau neuer Bahnstrecken und Bahnhöfe gelegt wird, und glauben, dass dies erst der Anfang der nächsten Phase in der Entwicklung der Branche ist“, sagte er.  

Unsere großen Verkehrsprojekte finden Sie in der Dezemberausgabe 2022 von „Rail Express“.

 

Medienanfragen:
Martin Kelly:
Leiter für Inhalte und Kommunikation (Australien und Neuseeland)

Neues aus dem Global Studio