08.11.2024
08. Nov. 24

Die Umnutzung des Minerva-Gebäudes erhält beim World Architecture Festival eine besondere Auszeichnung

Die von Woods Bagot durchgeführte Umgestaltung des historischen Minerva Theatre in Sydney wurde beim World Architecture Festival in der Kategorie Kategorie „Future Project: Leisure Led Development“ausgezeichnet, womit der anspruchsvolle Ansatz des Projekts in Bezug auf adaptive Wiederverwendung und Kulturerhalt gewürdigt wurde.

Das in Kings Cross gelegene, denkmalgeschützte Gebäude aus dem Jahr 1939 – Sydneys erstes eigens als Theater errichtetes Haus – wurde zu einem dynamischen, gemischt genutzten Komplex umgestaltet, der sein theatralisches Erbe würdigt und gleichzeitig den Anforderungen der heutigen Zeit gerecht wird. Als eines der symbolträchtigsten Gebäude im Art-déco-Stil in Australien bewahrt das neu gestaltete Minerva die bestehende Architektur und wertet das Angebot durch drei neue architektonische Einbauten auf.

„Als das Minerva erbaut wurde, wollte man dort die europäischen Theatertraditionen nach Sydney bringen. Dabei ging es um mehr als nur das Theaterstück – es ging darum, hinaus in die Stadt zu gehen und einen Dialog mit der Gemeinschaft zu schaffen“, sagt Tracey Wiles, Partnerin bei Woods Bagot. „Dieser Geist der kulturellen Verbundenheit hat unsere Vision für die Wiederbelebung des Theaters geprägt.“

„Neun Jahre lang war es nur ein Theater, dann ein Kino, dann ein Büro – und danach stand es eine ganze Weile leer“, erklärt Wiles. „Wir waren fasziniert vom Charakter des Gebäudes und seiner Entstehungsgeschichte und wollten diesen Teil der Stadt einfangen und seine Seele verkörpern.“

Das Projekt gliedert das historische Gebäude durchdacht in verschiedene Bereiche: Das ursprüngliche Theater beherbergt ein Café, eine Lobby, eine Balkonbar und eine moderne Interpretation eines Pariser Kabaretts, während der Bühnenaufbau einzigartige Hotelzimmer bietet.

Sie bilden den diskreten Zugang zum Hotel über eine Seitengasse, während sich darüber weitere Zimmer sanft über dem historischen Theater erstrecken. Die Penthouse-Wohnungen bieten einen atemberaubenden Blick über die Stadt. Historische Details werden durch edle, sinnliche Materialien unterstrichen, durchzogen von einer bewegenden Erzählung und einem Gespür für das Dramatische, inspiriert von der Göttin Minerva. 

„Minerva basiert auf Grundsätzen, die sich um die Wertschätzung des Ortes, der Zukunft, der Umwelt und sozialer Belange drehen“, erklärt Wiles. „Unser Ziel war es, etwas mit einer neuen Seele zu schaffen, die spürbar und erkennbar ist, und gleichzeitig die reiche Geschichte des Gebäudes zu würdigen.“

Ian Lomas, Partner bei Woods Bagot, sagt: „Minerva zeigt, wie wir Gebäude mit ihrer wunderbaren Eigenartigkeit nutzen können, um etwas ganz Besonderes zu schaffen. Dies war eine Gelegenheit, die vorherrschende Tendenz in Sydney in Frage zu stellen, wo denkmalgeschützte Gebäude oft als Problem angesehen wurden, das es abzureißen galt, anstatt sie wiederzubeleben.“

Wiles und Lomas legten den Schwerpunkt darauf, das kulturelle Erbe des Gebäudes „zu würdigen, anstatt es zu untergraben“. Neue Eingriffe sind bewusst deutlich erkennbar und behandeln Anbauten wie Theaterkulissen, die die ursprüngliche Architektur ergänzen, anstatt mit ihr zu konkurrieren. Die Materialien wurden sorgfältig ausgewählt, um die Geschichte des Gebäudes zu würdigen – darunter lokal hergestellte Glasbausteine und Kooperationen mit Keramikkünstlern der Aborigines –, wodurch ein Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart entsteht.

Das Projekt belebt Sydneys verloren gegangene Gassenkultur wieder und schafft lebendige öffentliche Räume, die vom frühen Morgen bis spät in die Nacht hinein genutzt werden können. Bestehende historische Details werden restauriert, während die neuen Elemente – Bar, Balkonbar und Sitzgelegenheiten – traditionelle Materialien, Art-déco-Maße und Proportionen in einer zeitgemäßen Interpretation aufgreifen.

Die Umgestaltung des Minerva spiegelt eine umfassendere Vision der Kulturerhaltung wider, die nicht nur den ursprünglichen Zweck eines Gebäudes berücksichtigt, sondern auch seine sich wandelnde Geschichte.

„Beim Kulturerbe geht es nicht nur darum, wie es ursprünglich war – es geht um all die Geschichten, die damit verbunden sind“, sagt Wiles. „Wir wollten, dass die verschiedenen Nutzungsarten des Gebäudes erkennbar bleiben.“

„Minerva ist die Verkörperung tausender Werke; immer vertraut, doch stets im Wandel begriffen. Verspielt und surreal strotzt dieses Projekt nur so vor der magischen Alchemie zwischen Geschichte und Erlebnis.“

Das World Architecture Festival (WAF) ist die größte Live-Preisverleihung für Architekten und Designer. Die jährlich stattfindende Veranstaltung ist das einzige Preisprogramm, bei dem alle Finalisten ihre Projekte live vor einer Jury auf dem Festival in Singapur präsentieren. Woods Bagot hat zudem den Hauptpreis in der WAF-Kategorie„Future Project: Education“für die Neugestaltung des Forstwirtschaftsgebäudes der University of Tasmania gewonnen.  

Zeitschrift

WAF & INSIDE 2024 – Live in Singapur

Woods Bagot nimmt am World Architecture Festival (WAF) 2024 teil, wo wir unsere nominierten Projekte auf der internationalen Bühne präsentieren werden!

Medienanfragen:
Adrien Moffatt:
Spezialist für Inhalte und Kommunikation (Australien)

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