26.10.2023
26. Oktober 2023

Pearl Huang über interdisziplinäres Design und Stadterneuerung auf dem World Cities Culture Forum

Pearl Huang, Direktorin bei Woods Bagot und Leiterin des Büros in Shanghai, gab kürzlich der Zeitung „National Business Daily“ (NBD) ein aufschlussreiches Interview. Das Gespräch fand im Rahmen ihrer Teilnahme am „International Creative Design Industry Salon“ statt, der Teil des „2023 World Cities Culture Forum“ in Chengdu war.

Das weitreichende Gespräch mit NBD umfasste vielfältige Themen, von der Bedeutung der Lokalität über den Wert der Interdisziplinarität im Design bis hin zur Entwicklung der Stadterneuerung im Südwesten Chinas.

Mit Blick auf die lokale Ebene wiederaufbauen.

Als Reaktion auf die Überlegungen zu „ikonischen“ Gebäuden – die zwar optisch herausragend sind, aber keine menschliche Dimension aufweisen –, die im Zuge der Stadterneuerung in China aufgekommen sind, wies Pearl darauf hin, dass bei der Sanierung alter Stadtviertel die „Lokalität“ respektiert und bewahrt werden muss, wobei ihr historischer Kontext und ihr kulturelles Erbe zu berücksichtigen sind. Der „Zustrom“, der mit den Check-in-Orten der „Internet-Prominenz“ einhergeht, lässt sich nur schwer aufrechterhalten. Architektur sollte nicht nur auf der Ebene der „Ikonen“ bleiben, sondern muss auch „Inhalt“ haben, um der steigenden Nachfrage nach Erlebniswert und Zugehörigkeitsgefühl für lokale Gemeinschaften gerecht zu werden. Eine gute Zusammenarbeit mit den vor- und nachgelagerten Unternehmen ist ebenfalls entscheidend für die zukünftige Entwicklung und Innovation.

Ein interdisziplinärer Ansatz erfordert Bescheidenheit in der Gestaltung.

In Anbetracht der Vielfalt der Lebensweisen und kulturellen Nuancen zwischen Menschen und Städten betonte Pearl erneut, wie wichtig es für Architekten sei, bescheiden zu bleiben und stets den Fokus auf interdisziplinäre, sektorübergreifende und interkulturelle Interaktionen zu legen. Dies ermögliche es ihnen, bei der Planung die Nutzererfahrung in den Mittelpunkt zu stellen und Räume zu schaffen, die den spezifischen Bedürfnissen verschiedener Gemeinschaften gerecht werden und dabei ein Gleichgewicht zwischen sozialen und wirtschaftlichen Vorteilen herstellen.

Junge und integrative Stadterneuerung im Südwesten Chinas.

Bei intensiven Besichtigungen von Stadterneuerungsprojekten in Chengdu hob Pearl hervor, dass die Stadterneuerungsmaßnahmen der Stadt „jung und inklusiv“ seien, genau wie die Stadt selbst. Das Neue steht im Dialog mit dem Alten und öffnet sich der Zukunft durch modernste digitale Technologie. Ähnlich wie bei den zahlreichen Projekten von Woods Bagot im Laufe der Jahre sollte sich die Stadterneuerung stets auf die „Architektur für den Menschen“ konzentrieren und Funktionalität, ikonische Ausstrahlung, lokale Kultur, das Wohlergehen der Gemeinschaft sowie den wirtschaftlichen Erfolg als Ganzes berücksichtigen.

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Shirley Hao:
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