13.04.2025
13. April 2025

Der Hauptbahnhof gewinnt GOLD bei den World Architecture News Awards 2024

Der von Woods Bagot in Zusammenarbeit mit John McAslan + Partners entworfene Central Station definiert die Rolle eines Verkehrsknotenpunkts neu und verwandelt Central in einen integrierten öffentlichen Raum und ein symbolisches „Tor zu Sydney“.

„Dieses Projekt versteht sich als ‚Tor zu Sydney‘ und verbindet dieses jahrhundertealte Wahrzeichen nahtlos mit dem heutigen öffentlichen Leben und einem modernen Verkehrsnetz, wodurch ein multimodaler Verkehrsknotenpunkt entsteht, der Kultur, Funktionalität und Ästhetik vereint“, sagt Haobo Wei.

Im Mittelpunkt des Umbaus steht der Bau einer neuen U-Bahn-Linie unterhalb eines in Betrieb befindlichen Bahnhofs, der derzeit täglich 270.000 Fahrgäste befördert – eine Zahl, die auf 450.000 steigen soll. 

„Die weitläufige Northern Concourse verbessert die Wegeführung und Übersichtlichkeit erheblich, während der Central Walk als Hauptverkehrsachse fungiert, die Barrierefreiheit mit intuitiver Orientierung verbindet, um den Fußgängerstrom zu lenken und das Kundenerlebnis zu verbessern“, sagt John Prentice, Partner bei Woods Bagot und Leiter des Bereichs Global Transport.

In den unterirdischen Bereichen wurde der Lichteinfall maximiert, um die Orientierung zu erleichtern, sodass die Wegfindung durch subtile visuelle Hinweise intuitiv erfolgt. 

„Das Ergebnis ist ein Bahnhof, der heller wirkt, mehr Verbundenheit vermittelt und in dem man sich leichter zurechtfindet“, sagt Prentice. „Der Hauptbahnhof ist zu einem eigenständigen Anziehungspunkt geworden – zu einem Ort, an dem die Menschen nicht nur vorbeikommen, sondern den sie gezielt ansteuern.“

Die Uhrenwand am Hauptbahnhof

Die Vereinbarkeit von Denkmalschutz und den Anforderungen an einen zukunftsfähigen Verkehrsknotenpunkt stellte eine der größten Herausforderungen des Projekts dar. „Unsere Herausforderung bestand darin, einen Entwurf zu entwickeln, der die nächsten 150 Jahre überdauert, die Kapazität erweitert und gleichzeitig das architektonische Erbe von Walter Vernon würdigt“, sagt Prentice. 

„Wahrzeichen wie der Uhrturm und die gewölbte Grand Concourse bleiben zentrale Elemente der Identität des Bahnhofs, während neue Elemente eine Hommage an Sydneys reiche Geschichte darstellen.“

Ein Gestaltungsmerkmal, das von der Preisjury besonders hervorgehoben wurde, ist die „Uhrenwand“ – eine Hommage an die historische Zeitmessfunktion des Bahnhofs. 

„Die Einführung der neuen U-Bahn ermöglicht es den Fahrgästen, sich ohne Fahrpläne zu orientieren – die früher für den Bahnverkehr unverzichtbar waren –, während gleichzeitig der Geist des Uhrenturms des Bahnhofs, der historisch als ‚Arbeiteruhr‘ bekannt ist, bewahrt bleibt“, sagt Prentice. 

„Die gestalterische Herausforderung bestand darin, das historische Erbe so zu integrieren, dass es den Bahnhofsbetrieb unterstützt, ohne dabei in den Hintergrund zu treten.“

Das neue Vordach der Plattform wurde speziell so angepasst, dass es den Blick auf den Uhrturm freigibt, wodurch die Orientierung verbessert wird, während die städtebauliche Bedeutung des Wahrzeichens gewahrt bleibt. „Das sanierte und renovierte [Elektrizitäts-]Gebäude bildet nun die vierte Wand des neuen öffentlichen Raums der Northern Concourse“, sagt Prentice.

Zur Neugestaltung gehört auch die „Artefaktwand“ – eine interaktive Ausstellung, die Porzellan, Glas, einen Schlüssel und andere Gegenstände zeigt, die bei archäologischen Ausgrabungen gefunden wurden. 

„Die Besucher können eine Karte mit den Fundorten erkunden und mehr über die reiche Geschichte des Ortes erfahren“, sagt Prentice und unterstreicht damit, wie sehr bei der Gestaltung Wert auf das Erzählen von Geschichten und die Einbindung der Öffentlichkeit gelegt wurde.
Die Neugestaltung würdigt nicht nur Sydneys Vergangenheit, sondern stärkt auch die zukünftigen städtischen Verbindungen. 

„Der Central Walk, eine neue unterirdische Fußgängerpassage, entlastet den Verkehr und verbessert die Anbindung“, sagt Prentice. „Der strategisch günstig gelegene östliche Eingang an der Chalmers Street stellt eine wichtige Verbindung nach Surry Hills und zur Sydney Light Rail her und verbindet so bisher getrennte Stadtteile.“

Eine stärkere Einbindung in das umliegende Stadtgebiet wird durch verbesserte Anbindungen am Eddy-Avenue-Platz sowie durch die Planung künftiger Verbindungen zur George Street, zur Elizabeth Street und zum Western Forecourt ermöglicht. 

„Die klare Nord-Süd- und Ost-West-Ausrichtung der neuen Hallen optimiert die unterirdischen Wegeführungen und stellt die Verbindungen zum umliegenden öffentlichen Raum wieder her“, sagt Prentice.

Die neue Rolle des Bahnhofs als kultureller und wirtschaftlicher Motor ist von zentraler Bedeutung für die Vision der Regierung für das gesamte Areal, das als „Tech Central“ bekannt ist. 

„Investitionen in die Infrastruktur wirken als Katalysator für die Stadterneuerung“, sagt Prentice. „Der Hauptbahnhof wird sowohl zum infrastrukturellen Rückgrat als auch zum wirtschaftlichen Motor – ein Ort, an dem ein erhöhter Fußgängerstrom ganz natürlich geschäftliche Aktivitäten, kulturellen Austausch und Stadterneuerung im geografischen Herzen Sydneys fördert.“

Die „Artefaktwand“ im Hauptbahnhof

Öffentliche Kunst bereichert den Charakter des Ortes, darunter Werke von Rose Nolan und Darstellungen des Kulturerbes der Aborigines durch die Installationen von Bronwyn Bancroft. 

„Wir haben beschlossen, der Öffentlichkeit unsere architektonische Geschichte zu erzählen“, sagt Prentice und spricht dabei voller Begeisterung von der Uhrenwand. 

„Die Formen entstanden ursprünglich aus dem Interesse an der Geschichte der Zeitmessung in Verkehrsnetzen und den Innovationen im U-Bahn-Verkehr, die einen schnellen, zuverlässigen Service ohne Fahrpläne ermöglichen.“

Die Materialauswahl spiegelt zudem ein tiefes Engagement für Geschichte und Nachhaltigkeit wider. 

„Das Profil der Wandpaneele wurde von den rustikalen und glatten Sandsteinblöcken des bestehenden Gebäudes inspiriert“, sagt Prentice. 

„Im Entwurfsprozess entwickelten sich die Platten zu Rauten, um die vorherrschenden Bewegungsmuster widerzuspiegeln. Und wir haben GRC [glasfaserverstärkten Beton] verwendet, um eine Lösung zu entwickeln, anstatt Sandstein zu nutzen, der eine endliche Ressource ist.“

Ob für internationale Reisende, die mit der Flughafenbahn ankommen, oder für Pendler aus dem Umland – der Hauptbahnhof vermittelt nun ein einzigartiges Ankunftserlebnis. 

„Wenn die Fahrgäste unterirdisch ankommen, heben die Größe des Raums und die Materialauswahl diese Station von den anderen Stationen des Netzes ab“, sagt Prentice. „Außerdem haben wir die Architektur als Mittel für eine intuitive Wegfindung im gesamten Bahnhof genutzt.“

 

Medienanfragen:
Adrien Moffatt:
Spezialist für Inhalte und Kommunikation (Australien)

 

Bahnsteige der Sydney Metro am Hauptbahnhof

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