Inwiefern hat Ihrer Meinung nach die Architekturszene – insbesondere der akademische Bereich – in Ihrer Karriere eine Rolle gespielt hat?
Es ist etwas ganz Besonderes, Teil der Architekturszene zu sein, und der akademische Aspekt hat sich bei meinem Weg vom Studenten zum Berufseinsteiger als unschätzbar wertvoll erwiesen. In meinem fünften und letzten Jahr am California College of the Arts belegte ich ein von Woods Bagot organisiertes Seminar unter der Leitung von Pat Daly. Das Seminar befasste sich mit Hochhäusern in China, und ich erinnere mich noch genau an Pats Charisma – er war jemand, der genau wusste und liebte, welche Art von Arbeit ich machen wollte.
Diese akademische Erfahrung bildete eine solide Grundlage für das Arbeitsleben, und so trat ich 2010 dem Büro von Woods Bagot in San Francisco bei. Letztendlich trug der Einstieg in die Berufswelt durch die Büros, in denen ich während meiner letzten Studienjahre tätig war, dazu bei, dass mir die Eingewöhnung in ein echtes Architekturbüro leichter fiel. Die praktischen Erfahrungen, die sie mir in Bezug auf das Arbeitstempo, den Prozess des Denkens und der Umsetzung durch iteratives Design sowie das schnelle Verständnis komplexer Systeme vermittelten, erleichterten mir die ersten Jahre meiner beruflichen Laufbahn – obwohl ich natürlich auch im Job viel gelernt habe!
„Für mich geht es bei der Förderung des Gemeinschaftsgefühls nicht unbedingt um räumliche Nähe – es geht vielmehr darum, offen dafür zu sein, voneinander zu lernen.“
Du arbeitest oft vom Studio in San Francisco aus an internationalen Projekten. Wie trägst du dazu bei, ein Gemeinschaftsgefühl über Zeitzonen hinweg zu schaffen?
Bei Woods Bagot ermöglicht mir unser globales Netzwerk, an Projekten zu arbeiten, die unter anderem London, New York und China umfassen. Für mich bedeutet die Förderung eines Gemeinschaftsgefühls nicht unbedingt räumliche Nähe – es geht vielmehr darum, offen dafür zu sein, voneinander zu lernen.
Ein hervorragendes Beispiel ist der Hauptsitz der Sunshine Insurance in Peking, ein 205 Meter hoher Turm, an dem ich von 2011 bis 2021 mitgearbeitet habe. Dieses Projekt war eine Zusammenarbeit zwischen den Büros in Peking und San Francisco. Wir haben die Zuständigkeiten für die Entwurfserstellung, das Projektmanagement und die Zusammenarbeit mit dem Kunden so aufgeteilt, wie es die besten Ergebnisse versprach. Diese Partnerschaft schuf ein starkes Gemeinschaftsgefühl, das trotz der Entfernung und der unterschiedlichen Zeitzonen während des gesamten Projektzyklus Bestand hatte.
Die Arbeit an solchen Projekten verbindet nicht nur Teams über geografische Grenzen hinweg, sondern ermöglicht es Designern und Architekten auch, auf das vielfältige Fachwissen unseres globalen Netzwerks zurückzugreifen. Groß angelegte internationale Projekte erweitern unser Verständnis für Umfang und Komplexität und versetzen uns in die Lage, Probleme unter Berücksichtigung einzigartiger kultureller und logistischer Rahmenbedingungen zu lösen.
Was bedeutet Ihnen Ihr kontinuierliches Engagement beim jährlichen Sandcastle Classic von Leap in der Bay Area im Hinblick auf Ihren Beitrag zur Architekturgemeinschaft?
Beim jährlichen „Sandcastle Classic“ geht es vor allem darum, Spaß zu haben, aber es ist auch eine wichtige Spendenaktion. Sie unterstützt eine hochwertige Kunst- und Architekturausbildung für 10.000 Schüler öffentlicher Schulen in der Bay Area, die sonst keinen Zugang dazu hätten. Jedes Jahr zieht die Veranstaltung rund 3.000 Teilnehmer an.
Als Vorstandsvorsitzender von Leap bietet mir der Sandcastle Classic die Gelegenheit, mein architektonisches Wissen an Grundschüler weiterzugeben. Gemeinsam ahmen wir die Abläufe in Architektur, Ingenieurwesen und Bauwesen nach, während wir riesige Sandskulpturen errichten. In diesem Jahr, bei der 42. Ausgabe der Veranstaltung, lautete das Thema „Out of this World“. Mein Team aus begeisterten jungen Designern entwarf ein Modell namens „Galactic Suncastle“, das eine zum Leben erweckte Geschichte darstellte. Die Skulptur zeigte ein aufgeschlagenes Buch, eine explodierende Sonne, eine Seeschlange und sogar Bananen. Auch wenn wir nicht gewonnen haben, nahmen wir stolz den Preis für das „freundlichste Sandschloss“ mit nach Hause!
Woods Bagot unterstützt seit 2013 mit Stolz mein Engagement beim Sandcastle Classic, wobei Teams von Designern ihre Kreativität und ihr Fachwissen in diese inspirierende Veranstaltung einbringen. Dies ist ein Beleg für das Engagement des Unternehmens für gesellschaftliches Engagement und die Förderung der nächsten Generation von Denkern.
Veranstaltungen wie diese schlagen eine Brücke zwischen Wissenschaft und Praxis und bieten Studierenden eine alternative Möglichkeit, außerhalb der strengen Strukturen traditioneller Studiengänge zu denken und kreativ zu sein. Es handelt sich um einen praxisorientierten Design-Workshop: Entwerfen, Überarbeiten, Skalieren und Umsetzen – direkt am Strand.
Wenn ich auf meinen eigenen Werdegang zurückblicke – von meinen ersten Begegnungen mit Kunst und Architektur in jungen Jahren bis hin zu meiner beruflichen Laufbahn –, ist es mir ein großes Anliegen, die nächste Generation von Denkern durch Design zu inspirieren. Es ist ein Privileg, dass sich der Kreis geschlossen hat – von meiner Teilnahme am Sandcastle Classic als Fünftklässler bis hin zu meiner heutigen Rolle als Vorsitzender von Leap. Dies ist eine sinnvolle Möglichkeit, etwas zurückzugeben und ein Gefühl der Kontinuität und Gemeinschaft zu schaffen.
„Es liegt mir sehr am Herzen, die nächste Generation von Denkern durch Design zu inspirieren.“
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