Die Universität von Tasmanien hat einen Prototyp einer innovativen „Hanfbeton“-Wand vorgestellt, die bei der Sanierung des ehemaligen Gebäudes von Forestry Tasmania zum Einsatz kommen soll.
Hanfbeton ist ein Biokompositmaterial, das aus einer Mischung aus Hanfschäben und einem Bindemittel hergestellt wird und im Bauwesen sowie bei der Dämmung als nachhaltige Alternative zu Beton oder Gipskartonplatten eingesetzt wird.
Nachhaltigkeit ist ein zentraler Grundsatz, der die Gestaltung des neuen Hobart-Campus der Universität prägt. Bei der Suche nach lokal verfügbaren Materialien mit geringem CO₂-Fußabdruck stießen Woods Bagot und das Bauunternehmen Hansen Yuncken auf Hanfbeton als geeignetes Material, das sich durch einzigartige Nachhaltigkeitsmerkmale und hervorragende akustische Eigenschaften auszeichnet.
„Jedes Material wurde hinsichtlich seiner Herkunft, seines CO₂-Fußabdrucks und seiner Kreislauftauglichkeit geprüft“, sagt Projektarchitekt Alastair Flynn.
„Nach umfangreichen Recherchen haben wir uns für Hanfbeton als eines der wichtigsten Materialien für den Innenausbau entschieden. Hanfbeton wird aus tasmanischem Hanfstroh hergestellt; er hat einen geringen CO₂-Fußabdruck, lässt sich leicht recyceln und ist am Ende seiner Lebensdauer biologisch abbaubar. Außerdem handelt es sich um einen einzigartigen Naturwerkstoff, der in Australien bisher noch nie in einem Projekt dieser Größenordnung zum Einsatz gekommen ist.“
Durch die Zugabe von Oxid erhält der Hanfbeton eine einzigartige, streifige Struktur.
Dieser Verbundwerkstoff weist eine einzigartige Textur und Oberfläche auf, die nach dem Gießen natürliche Variationen in der Oberfläche hervorbringt. Durch die Zugabe von Oxid erhält das Material einzigartige Streifenmuster, die wie ein Welleneffekt in der Farbgebung wirken und so ein organisches ästhetisches Erscheinungsbild erzeugen.
„Mit Oxiden lassen sich besonders ausgeprägte Streifen in der Schichtung erzeugen“, sagt Phoebe Settle, Associate bei Woods Bagot. „Wir nutzen aber auch die natürlichen Farbunterschiede im Hanfschäbenmaterial, die entstehen, wenn das Material an verschiedenen Standorten geerntet wird. Boden, Wetter und Wasser tragen alle zu den Farbunterschieden der einzelnen Ernten bei.“
Die akustischen Hanfkonstruktionen werden eine geschwungene Geometrie aufweisen und die Innenwände der Besprechungsräume im restaurierten Forstgebäude bilden. Die Prototypeninstallation ist ein wichtiger Schritt in diesem Prozess, da sie dazu dient, lokale Bauunternehmer auf die Errichtung der endgültigen Wand mit ihrem besonderen Maßstab und ihrer einzigartigen Geometrie vorzubereiten und die für die Integration von Türen und Verglasungen erforderlichen Details zu erarbeiten.
Der Hanf stammt vom lokalen Lieferanten X-Hemp, der über eine Produktionsstätte in Cressy im Norden Tasmaniens verfügt. Flynn fügt hinzu, dass – ähnlich wie beim Massivholzbau – die Verwendung natürlicher Hanfmaterialien auf der Baustelle einen angenehmen, natürlichen Duft verströmt, „ähnlich wie Stroh“.
Nach Fertigstellung wird die Gesamtmenge an Hanfbeton, die im Rahmen des Projekts verwendet wurde, mehr als 207 Kubikmeter betragen. Nach der endgültigen Fertigstellung wird das Forstgebäude das größte Beispiel für die gewerbliche Nutzung von Hanfbeton in Australien sein.
Medienanfragen: Isla Sutherland: Spezialistin für Inhalte und Kommunikation (Australien und Neuseeland)
Ziel des Projekts ist es, das Forstwirtschaftsgebäude zu sanieren, anzupassen und zu beleben, um den geplanten Hauptmietern – dem College of Business and Economics (CoBE), der School of Law und einem Teil des University College – einen neuen Standort im zentralen Geschäftsviertel zu bieten, der einen renovierten Wintergarten umschließt.
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