08.02.2021
08. Februar 2021

Die Bibliothek von St. Mary’s in Calne ist fertiggestellt

Das Londoner Studio von Woods Bagot hat einer wunderschönen neuen Bibliothek im Herzen des Campus der St Mary’s Calne School in Wiltshire, Großbritannien, den letzten Schliff gegeben. Die Bibliothek, die noch in diesem Jahr ihre Türen öffnen soll, wird als Zentrum für Inspiration und Lernen dienen und besticht durch ein markantes Design, das den angrenzenden Apfelgarten und die umliegenden jahrhundertealten Gebäude einbezieht.

St. Mary’s Calne ist eine führende private Internats- und Tagesschule für Mädchen (im Alter von 11 bis 18 Jahren), die 1873 gegründet wurde. Die Schule beauftragte Woods Bagot im Jahr 2017 mit der Planung einer zweistöckigen Bibliothek, die die Bibliothek als Zentrum des akademischen und sozialen Lebens der Schule neu positionieren sollte. Nach einem gemeinsamen Planungsprozess, an dem die Schulleiterin, das Lehrpersonal, die Bibliothekarinnen und die Schülerinnen beteiligt waren, hat das Architekturbüro eine Umgebung geschaffen, die nicht nur bewährte Praktiken des Lehrens und Lernens widerspiegelt, sondern die Schülerinnen auch auf die Unabhängigkeit ihres zukünftigen akademischen Lebens vorbereitet.

Debby Ray, Geschäftsführerin und Projektleiterin bei Woods Bagot, sagt dazu: „Wir sind überglücklich, dass dieses Projekt nun Gestalt annimmt, und können es kaum erwarten zu erfahren, wie die Schüler auf den Raum reagieren und ihn nutzen, sobald sie wieder in der Schule sind.“

„Das war zweifellos eine einzigartige Erfahrung, und es hat uns sehr gefreut, nicht nur mit der Schulleitung der St. Mary’s Calne School, sondern auch mit den Schülern so eng zusammenzuarbeiten, um einen Ort zu schaffen, der die Leidenschaft für das Lehren und Lernen voll und ganz widerspiegelt. Wir hoffen, dass dies für kommende Generationen zu einem Zentrum des Wissens wird!“  

Dr. Felicia Kirk, Schulleiterin der St. Mary’s Calne School, erklärt: „Wir haben dank der großen Großzügigkeit unserer Spender hart daran gearbeitet, einen Raum zu schaffen, der die Mädchen motiviert und ihnen die Möglichkeit gibt, sich Gedanken darüber zu machen, was sie lernen möchten, und anschließend Informationen sinnvoll zu nutzen. Wir möchten, dass unsere neuen Einrichtungen es ihnen ermöglichen und sie dazu ermutigen, in dieser prägenden Phase ihres Lebens ihre eigenen Weltanschauungen und Meinungen zu entwickeln.“

„Lernen sollte zwar ein lebenslanger Prozess sein, doch ist es von entscheidender Bedeutung, dass es in der Schule beginnt. Ich vermute, dass viele Menschen diesen Weg gar nicht erst einschlagen, wenn dies nicht geschieht. Unsere Mädchen haben das große Glück, dies in einem so fantastischen neuen Raum tun zu können.“

Da sich Großbritannien derzeit im Lockdown befindet, hofft die Schule, im Frühjahr 2021 wieder ihre Türen für die Schüler öffnen zu können.

Gestaltungsdetails

Von der Westseite aus, entlang der Hauptstraße, die durch das Schulgelände führt, wirkt dieses 660 Quadratmeter große Gebäude wie ein schlichter, rechteckiger Pavillon, der mit Ziegeln verkleidet ist und von einem gegliederten Dach aus Holz und Glas gekrönt wird. Beim Betreten werden die Besucher jedoch von einem dynamischen Innenraum empfangen, wobei jede Etage einen eigenen Zweck und bestimmte Zonen aufweist. Während das Erdgeschoss lebhaft gestaltet ist und für Gruppenprojekte mit direktem Zugang zum benachbarten Obstgarten gedacht ist, ist die obere Etage für formelleres, konzentriertes individuelles Lernen konzipiert.

Ziegelbauwerke in Form von „Buchstützen“ oder eigenständigen Nebenbauten entlang der Nord- und Südseite des Gebäudes bieten Stauraum, Zugang zu Treppen, kleine Projekträume und Lagerverwaltungssysteme. Um die für das Lernen und Lesen verfügbaren Flächen optimal zu nutzen, wurde auf herkömmliche Bücherregale verzichtet; stattdessen gibt es Lernkabinen, Ausstellungsbereiche und Regale in den Innenwänden.

Die verglaste Fassade ist nach Nordosten ausgerichtet, um direkte Sonneneinstrahlung zu begrenzen und gleichzeitig den neu geschaffenen Durchgang von der Bibliothek zu den Gärten und zum Obstgarten zu beleuchten. In direkter Anlehnung an die Obstbäume verbinden sich mehrere tragende Balken mit der wellenförmigen Innenseite des Daches und erwecken so den Eindruck von Baumästen. Durch die Oberlichtverglasung wirkt das Dach schwebend, und doppelt hohe Vorhangfassaden füllen die Räume von oben mit Tageslicht. Ein Metalldetail zieht sich durch die gesamte Fassade und greift die vertikalen Elemente der Bäume auf.

Was die Fassadengestaltung betrifft, fügen sich Maßstab und Detailgestaltung des Gebäudes harmonisch in die Architektur der gesamten Schule ein, während die Komposition bewusst zeitgenössisch gestaltet ist. Das Ergebnis ist eine Ergänzung des westlichen Randes der zentralen Grünfläche des Schulgeländes und ein Ort der Ruhe und des Lernens für die Schüler.

In direkter Anlehnung an Obstbäume verbinden sich mehrere tragende Balken mit der wellenförmigen Innenseite des Daches und erwecken so den Eindruck von Baumästen (Foto: Will Pryce)