Woods Bagot stellte kürzlich auf der DAF 2026 – Domain of Architectural Forum in Hangzhou die gestalterischen Überlegungen hinter dem Wenling Center vor, einem gemischt genutzten Bauprojekt am Wasser. Das Projekt, das unter dem Thema „Biophile Architektur: Die natürlichen Prinzipien des grünen Wohnens“ präsentiert wurde, wurde zudem mit mit dem „2026 DAF Golden Scale Award“ ausgezeichnet, der den integrierten Ansatz in den Bereichen Architektur, Fassadengestaltung Gestaltung und dem natürlichen Kontext gewürdigt.
Die Präsentation wurde gemeinsam von DirektorinPearl Huangund Jerry Li, dem technischen Leiter bei Meinhardt Facade Technology (Shanghai), gehalten. Gemeinsam skizzierten sie den kooperativen Entstehungsprozess diesesfast 300 Meter hohen,vom Hotel- und Gastronomiebereich geprägten Wahrzeichens, bei dem die frühzeitige Abstimmung zwischen Architektur, Tragwerksplanung, Fassadentechnik und Windanalyse sowohl die Form als auch die Leistungsmerkmaledes Gebäudesprägte.
Das Projekt befindet sich auf einem halbinselartigen Grundstück in Wenling, Zhejiang, das auf drei Seiten von Feuchtgebieten umgeben ist, und bezieht gleichzeitig die Uferpromenade, die Parklandschaft und die ferne Skyline mit ein. Anstatt sich auf eine einzige Hauptfassade zu konzentrieren, wurde die Fassade als ein 360 Grad-Architektursystem konzipiert, das Klarheit und Lesbarkeit aus verschiedenen Blickwinkeln gewährleistet.
Die Gesamtmasse gliedert sich in einen Hotelturm, einen Turm mit Serviced Apartments und ein belebtes öffentliches Podium. Dieser Ansatz verfeinert die vertikalen Proportionen und schafft gleichzeitig eine klare Logik für die Fassadengliederung. Programmatische Übergänge – von öffentlichen und halböffentlichen Räumen zu privaten Unterkünften und einer ikonischen Krone – kommen durch eine sich allmählich entwickelnde Fassadensprache zum Ausdruck, die die Orientierung und das Nutzererlebnis unterstützt.
Für den extrem hohen Hotelturm wurde eine segmentierte Fassadenstrategie gewählt, bei der über den größten Teil der Gebäudehöhe ein rationalisiertes System beibehalten wurde, während in den oberen Stockwerken Krümmungen und sich verjüngende Formen eingeführt wurden. Diese Ausgewogenheit ermöglichte architektonische Ausdruckskraft und trug gleichzeitig zur Bauausführbarkeit und langfristigen Leistungsfähigkeit bei.
Nachhaltigkeit wird als ganzheitliche Fassadenstrategie betrachtet, die über reine Energiekennzahlen hinausgeht und auch Wassermanagement, Entwässerung, Dachbegrünung sowie die mögliche Integration von Beschattungs- und Photovoltaikanlagen umfasst. Dankeinerfrühzeitigen,interdisziplinären Zusammenarbeit fungiert die Fassade nicht nur als äußere Hülle, sondern als ein System, das die Identität der Stadt, die Umweltleistung und die praktische Nutzung im Laufe der Zeit miteinander verbindet.
Im Anschluss an ihren Vortrag bei der Veranstaltung beantwortete Pearl Huang die folgenden Fragen zum Projekt:
„Architektur und Fassadengestaltung entfalten ihre größte Wirkung, wenn sie als ein System und nicht als zwei getrennte Teile betrachtet werden, insbesondere im Zusammenhang mit einem 300 Meter hohen Turm.“
„Bei der Planung des Wenling Centers wurden die Gebäudeform, die funktionale Zoneneinteilung, die tragtechnische Logik und die Fassadengestaltung gemeinsam entwickelt, um den Energiebedarf zu senken, Wind und Tageslicht zu nutzen und eine langfristige Anpassungsfähigkeit zu gewährleisten. Durch diesen integrierten Ansatz wird Nachhaltigkeit in die Grundlagen des Gebäudes eingebettet.“
„Das Wenling Center liegt an der Schnittstelle zwischen Feuchtgebiet und Stadt und lässt sich davon inspirieren, wie natürliche Systeme unter wechselnden Bedingungen und auf unterschiedlichen Ebenen funktionieren.
„Ähnlich wie Feuchtgebiete wirken das Gebäude und die Fassade als Filter, die Licht, Wind und Wärme vom Sockel bis zur Spitze des Hochhauses regulieren. Dieser Ansatz ermöglicht es, durch biophile Prinzipien den Komfort und die Widerstandsfähigkeit in dicht bebauten städtischen Lebensräumen zu verbessern und gleichzeitig eine starke Verbindung zur umgebenden Landschaft aufrechtzuerhalten.“
„Architekten müssen davon abkommen, starre architektonische Ergebnisse zu entwerfen, und stattdessen anpassungsfähige Systeme schaffen. Dauerhafte Orte sind solche, die von Anfang an mit Blick auf den Wandel entworfen wurden.“
„Im Wenling Center ermöglichen eine klare Turmgeometrie, eine parallel zur Formgebung entwickelte Fassadenstrategie sowie eine gemischte Nutzung als Hotel und Wohnraum, dass sich ein 300 Meter hoher Wolkenkratzer in seiner Nutzung weiterentwickeln kann und dabei dennoch eine starke Identität bewahrt.“
Medienanfragen: Shirley Hao: Leiterin für Inhalte und Kommunikation (China)
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