Ein NFT, kurz für „Non-Fungible Token“, ist ein digitales Objekt, das nicht dupliziert werden kann. NFTs ermöglichen es den Eigentümern von digitalen oder immateriellen Vermögenswerten, die repliziert werden können, ihr Eigentumsrecht geltend zu machen und diese Vermögenswerte somit zu kommerzialisieren und zu handeln. So kann beispielsweise jeder Fotos der neuesten Werke von Anish Kapoor oder Jeff Koons ansehen, aber nur eine Stadt kann ein großartiges öffentliches Kunstwerk zu ihrer touristischen Visitenkarte machen. Für alle, die schon einmal die Frustration erlebt haben, dass eine Idee kopiert wurde, bieten NFTs eine mögliche Lösung.
So wie wir sie heute kennen, existieren NFTs in einer Welt, die weit von der alltäglichen Realität entfernt ist – sie gehören zu einer immateriellen Fantasiewelt, die vor allem von Entwicklern und Kennern von Computerspielen und digitaler Kunst erschlossen wurde. Doch der Wert, der diesen digitalen Objekten und den damit verbundenen Token beigemessen wird, ist so real wie eine Münze in Ihrer Tasche.
Wo kommt das Design ins Spiel? Ein grundlegender Wert des Designs ist seine Kreativität, eine bessere Zukunft neu zu entwerfen. Designs lassen sich abstrahieren oder kopieren, doch die Kreativität, von der wir sprechen, liegt im Prozess, in der Arbeit, im Aufwand. Der Aufwand im Design – die Zeit, das Nachdenken, das Ausprobieren und das Lösen von Problemen – ist das, was Kunden letztendlich kaufen. Der Aufwand ist das wertvolle Gut, während das Gebäude oder die Innenausstattung das Ergebnis dieses Prozesses sind.
Wenn ein Kunde in die Planung eines Gebäudes investiert, tut er dies im Hinblick auf den Nutzen, den er sich vom fertigen Gebäude verspricht. Die Tokenisierung der Planungsleistung würde bedeuten, dass gleichzeitig eine zusätzliche Investition in die Arbeitszeit des Planers getätigt wird. Zur Verdeutlichung: Ein für Planungsleistungen erworbener Token könnte an Wert gewinnen und mit Gewinn gehandelt werden. Ein Token gewinnt an Wert, wenn die Marktnachfrage steigt, die wiederum durch das öffentliche Bewusstsein für hochwertiges Design angeheizt wird. Wenn ein Token an Wert gewinnt, werden sowohl der Designer als auch der Kunde/Investor mit einem Kapitalgewinn belohnt.
Wenn ein Kreativer – sagen wir ein Fotograf – immer bekannter wird, steigt die Nachfrage nach seinen Token. Der Fotograf kann so viele Token verkaufen, wie er möchte, aber die Besitzer der Token können diese auch untereinander tauschen.
Wenn ein Kunde Token von einem Designer erwirbt, hat er ein Interesse am anhaltenden Erfolg dieses Tokens. Für den Kunden wird der Designer zu einer potenziellen Quelle für Kapitalgewinne, wie jede andere Investition auch – etwas, das es zu schützen und zu fördern gilt. Für den Designer bedeutet dies, dass der Kunde den Prozess und die Leistungsfähigkeit eher unterstützt.
Ein „Token Future“-Modell sollte gewährleisten, dass die vereinbarte Entwicklungszeit nicht überschritten wird. Dieser Ansatz würde die Tücken des Festpreisvertragsmodells beheben, bei dem Designer Gefahr laufen, unverhältnismäßige Arbeitsaufwände ohne entsprechende Vergütung zu schultern – was zu Nachtarbeit, Wochenendarbeit und letztlich zu einem beeinträchtigten Entwurf führt. Die Vermeidung dieser Tücken liegt im Interesse aller Beteiligten.
Sollte sich der Fotograf aus der obigen Grafik später dazu entschließen, sein Angebot an Token zurückzuhalten, wird der Preis aufgrund der Nachfrage steigen. Dieser Prozess verschafft dem Fotografen mehr Kontrolle über seine Arbeit und belohnt ihn direkt für den Anstieg seines Ansehens.
In Fällen, in denen ein Kunde ein Projekt veräußern oder stornieren muss, können gute Arbeit und eine entsprechende Wertsteigerung des Tokens dazu führen, dass sich die Investition in das Design finanziell auszahlt, anstatt abgeschrieben werden zu müssen.
Durch den Einsatz von Tokens in der Designbranche würde der Zeitaufwand für die Fertigstellung eines Entwurfs – vom Konzept über die Detailplanung bis hin zum fertigen Bauwerk – von der Branche genauer bewertet werden.
Die Beauftragung von Designern kann undurchsichtig und mit Unsicherheiten behaftet sein. Unbekannte Designer mit schwer nachvollziehbaren Honorarstrukturen können von Auftraggebern als Risiko angesehen werden, und in manchen Fällen muss ein Projekt aus den unterschiedlichsten Gründen zurückgestellt oder gestrichen werden. In beiden Fällen würde ein streng regulierter und transparenter, tokenbasierter Markt den Auftraggebern die Möglichkeit bieten, ihre Anteile nach eigenem Ermessen zu veräußern – möglicherweise sogar mit einem Wertzuwachs gegenüber ihrer ursprünglichen Investition.
Eine Wertsteigerung des Tokens eines Designers tritt nur dann ein, wenn die Nachfrage nach diesem Designer steigt – was für Designer einen Anreiz darstellt, ihre besten Arbeiten zu schaffen und zu präsentieren. Für Kunden bedeutet dies, dass der Anreiz für die Designer, in die sie investieren, gute Arbeit zu leisten, in ihrem eigenen Interesse liegt – wodurch das Risiko beseitigt wird, dass bei Vertragsende nur das „absolute Minimum“ geliefert wird. Ein echtes Gespür für hochwertiges Design wäre von entscheidender Bedeutung.
In einem solchen System handelt ein Designer die Bereitstellung von Arbeitsleistungen auf kooperative Weise aus und bietet seine Dienste nur im Rahmen seiner Ressourcen an. Bei professioneller und systematischer Steuerung könnte die Designarbeit nicht nur auf die Anforderungen des Kunden und die Fachkompetenz des Designers abgestimmt werden, sondern auch auf den gegenseitigen finanziellen und kulturellen Nutzen beider Parteien – was die Lebensqualität für beide Seiten verbessert.
Die nachgewiesene Qualität des Designs führt zu einem Wertzuwachs des Tokens und zu Renditen für den Inhaber.
Jet Geaghan ist Architekt im Sydneyer Büro von Woods Bagot. Für Jet sollte jedes Gebäude mit Zielstrebigkeit, Fachkompetenz und Witz konzipiert werden. Eine klare Kommunikation ist für seine Arbeit von grundlegender Bedeutung, sei es bei einer gestalterischen Geste, einem baulichen Detail oder einem kulturellen Zeugnis.
Jet hat bereits zahlreiche An- und Umbauprojekte realisiert und schätzt die Komplexität und die Herausforderungen, die mit der Anpassung bestehender Gebäude an sich wandelnde Anforderungen und unvorhergesehenes Potenzial einhergehen. Dank seiner Erfahrung verfügt er über ein umfassendes Verständnis für die vielfältigen Faktoren, die bei der Realisierung von Bauvorhaben unterschiedlicher Größenordnung eine Rolle spielen, darunter die Neugestaltung der 275 Kent Street und die Sanierung des InterContinental Hotels in Sydney.
Jet verfügt über umfangreiche Erfahrung in den Bereichen Baugenehmigungen, Planung, Dokumentation, Bauausführung und digitale Modellierung und hat zudem eine Leidenschaft für das geschriebene Wort.
Sprechen Sie mit Jet Geaghan über „Token Future“
31. August 2021