Die Gewinner der Think Brick Awards 2026 wurden aus einer Auswahlliste von mehr als 150 eingereichten Architekturprojekten bekannt gegeben.
Das jährliche Programm würdigt Designs, die gängige Vorstellungen hinsichtlich der Möglichkeiten des Bauens mit Ziegeln, Betonsteinen, Pflastersteinen und Dachziegeln in Frage stellen. Das diesjährige Thema „Re:form“ lud die Teilnehmer dazu ein, über die Materialien, Orte und Ressourcen hinauszudenken, die hinter jedem einzelnen Gebäude stehen.
Die Jury stellte fest, dass die herausragendsten Projekte des Wettbewerbs das Mauerwerk in den Mittelpunkt ihrer gestalterischen Ambitionen stellten und damit zeigten, dass Innovation nicht immer bedeutet, mehr zu tun – sondern oft, mit größerer Absicht weniger zu tun. „Viele der diesjährigen Projekte haben gezeigt, wie durchdachtes Design bestehende Orte verwandeln, Materialien zielgerichteter einsetzen und bleibenden Wert schaffen kann“, hieß es in der Erklärung.
Die Vorsitzende der Jury, Kim Crestani, fügte hinzu, dass die Rolle des Designers darin bestehe, „Materialien nicht einfach nur zu verwenden, sondern ihnen zuzuhören, sie zu verstehen und neue Möglichkeiten aufzudecken“.
St. Klara
St. Clare erhielt eine besondere Auszeichnung im Rahmen des „Robin Dods Roof Tiles Award“. Unter Verwendung regionaler viktorianischer Ziegel und Dachziegel aus Dandenong (CSR Monier) bietet der Entwurf von Woods Bagot für die Seniorenwohnanlage eine moderne Interpretation der historischen Ziegelfassaden und der aufwendigen Dachdetails des örtlichen Stadtteils Kew.
Durch den Einsatz rhythmischer Mauerwerkstrukturen und authentischer Materialität tritt die Architektur in einen taktischen Dialog mit den jahrhundertealten, mit Ziegeln verkleideten historischen Wohnhäusern auf dem Gelände. Dieser Dialog wird durch ausdrucksstarke, im Soldatenverband verlegte Ziegelbänder an den Geschossabschlüssen unterstrichen, die die Vertikalität des fünfgeschossigen Baukörpers aufbrechen und gleichzeitig die Verbindungsstellen der Tragkonstruktion verbergen. Im gegliederten Mansarddach sorgen farblich abgestimmte Terrakottaziegel für einen nahtlosen Übergang von der vertikalen Ebene zum Himmel.
Blair Parkinson, Associate Principal bei Woods Bagot, bedankte sich beim Auftraggeber VMCH, der das Potenzial des Projekts bereits anhand der ersten Skizzen und Konzepte erkannt hatte. „Ihr Vertrauen und ihr Engagement haben maßgeblich dazu beigetragen, dass wir das Ergebnis erzielen konnten, auf das wir heute alle stolz sind“, so Parkinson.
„Gemeinsam haben wir einen Entwurf entwickelt, bei dem lokal gewonnene viktorianische Ziegel und Dachziegel im Mittelpunkt stehen, die aufgrund ihres zeitlosen Charakters, ihrer Langlebigkeit und ihres Beitrags zu einem nachhaltigen architektonischen Ergebnis ausgewählt wurden. Das Projekt stellte uns vor die Herausforderung, vertraute Materialien und kontextbezogene Details neu zu interpretieren und so eine zeitgemäße Gebäudegruppe auf einem weitläufigen Gelände zu schaffen, die gleichzeitig fest in dem Ort und der Gemeinschaft verwurzelt bleibt.“
The Forest, Universität Tasmanien
Auch der Entwurf von Woods Bagot für „The Forest“ erhielt als Finalist eine besondere Erwähnung. Bei „The Forest“ kam ein umfangreiches Mauerwerkspaket zum Einsatz, das von Crossin Bricklaying ausgeführt wurde. Dazu gehörten umfangreiche Sanierungs- und Restaurierungsarbeiten unter Wiederverwendung bestehender Ziegel sowie der Einbau von in Tasmanien hergestellten Ziegeln für Pflasterarbeiten, Innenwände und Außenmauerwerk.
Bei der Umsetzung des Projekts wurde besonderer Wert auf handwerkliche Qualität und Langlebigkeit gelegt. Das Ergebnis würdigt das kulturelle Erbe des Gebäudes und unterstreicht die Bedeutung von Ziegeln und Betonsteinen als nachhaltige und zeitlose Baustoffe.
Die Gewinner wurden im Rahmen eines Galaabends in der Art Gallery of NSW bekannt gegeben. Die vollständige Liste der Finalisten kann auf der Website von Think Brick eingesehen werden.
Medienanfragen: Isla Sutherland: Managerin für Inhalte und Kommunikation (Australien und Neuseeland)