01.11.2018

„Short Lane“ in Sydney gewinnt den Nationalpreis für Wohnarchitektur – Mehrfamilienhäuser des Australian Institute of Architects

Der Komplex befindet sich im innerstädtischen Stadtteil Surry Hills in Sydney und überzeugte die Jury durch seine Fähigkeit, den Bewohnern in einem dicht bebauten städtischen Umfeld ein nachhaltiges, privates Wohnumfeld zu bieten. Die Jury hob zudem hervor, dass das Projekt durch begehbare Gassen und öffentliche Bereiche im Erdgeschoss eine Verbindung zur Umgebung herstellt.

„Diese Auszeichnung ist eine Bestätigung für gutes Design, das der Nachbarschaft mehr bietet als nur ein Gebäude. Trotz ihrer kompakten Größe verfügen die Wohnungen über eine ungewöhnlich hohe Ausstattung. Wir haben den Garten in das Gefüge ihrer Wohnräume integriert. Ebenso trägt das Projekt durch die Neugestaltung der Short Lane an seiner östlichen Grenze zur Wiederbelebung des Gassen-Netzwerks in Surry Hills bei“, sagte Domenic Alvaro, Principal und Global Design Leader bei Woods Bagot, der dieses Projekt leitete.

Short Lane qualifizierte sich über das regionale Programm für die National Architecture Awards, wo das Büro neben vielen anderen Auszeichnungen auch diesen Preis gewann.

Die Fassade ist mit Schalbeton verkleidet und zeichnet sich durch individuelle, auskragende Balkone für jede der 22 Wohnungen mit begrünten Bereichen aus – für die Designer eine Möglichkeit, zu erproben, wie sie die Natur in eine Stadt „einweben“ können. Die Einbindung der Natur unterstreicht zudem das Konzept der „Begrünung der Stadt“, das in diesem Bundesstaat wegen seiner Fähigkeit, natürliche Schönheit in die bebaute Umgebung zu integrieren, sehr beliebt ist. Im Sinne der Nachhaltigkeit wählte das Designteam einheimische Pflanzenarten aus, um den Wasserbedarf so gering wie möglich zu halten und letztlich Verschmutzungen durch Abflusswasser zu verhindern.

Auch die unmittelbare Nachbarschaft von Short Lane ist für ihre fußgängerfreundlichen Straßen bekannt. Um diesem Ruf gerecht zu werden, wurde zwischen dem Projekt und seinem östlichen Nachbarn – einer methodistischen Kirche mit ähnlicher Materialität und kubistischen Formen – ein Freiraum belassen, sodass Fußgänger die Gasse nutzen können, um sich durch das Viertel zu bewegen. Die Gastronomie- und Einzelhandelsflächen im Erdgeschoss werden durch Erkerfensterrahmen aus schwarzem Stahl und pulverbeschichtetem Aluminium definiert, die den Fußgängern einen Einblick in das Angebot der Geschäfte gewähren.